Bayerische Meisterschaften Halle U20

Veröffentlicht: Donnerstag, 07. März 2013 Geschrieben von Reinhold Nürnberger Drucken E-Mail

Fürth, 26.01.2013 (nürn) In glänzender Verfassung präsentierten sich die heimischen Leichtathletik-Asse bei den Bayerischen Meisterschaften der Jugend U20 und U16. In Fürth gewann Dimitri Antonov Gold über 60 Meter der U20. Sein Bruder siegte in dieser Altersklasse im Dreisprung vor seinem Teamgefährten Alexander Savitzki. Annika Kirchner holte Gold mit der Staffel des LAC-Quelle Fürth und Dominik Abert vom VfL Bad Neustadt überraschte mit Bronze über 200 Meter. Über 2000 Meter der Altersklasse U16 brillierte Maja Betz vom TSV Ostheim mit einer fantastischen Zeit. Ihr Teamgefährte Christian Topitsch verpasste über 3000 Meter der Schüler M15 den Bronzeplatz nur um wenige Hundertstel Sekunden

Dimitri Antonov blickte im Zieleinlauf des Finales über 60 Meter erst zur Seite zu Florian Bauer von der LG Stadtwerke München. Mit einem Lächeln im Gesicht registrierte der Bad Kissinger, der für die LAC Quelle Fürth startet, dass er eine Woche nach seinem Landestitel bei der Jugend U18, nun auch in der älteren Altersklasse der schnellste Sprinter im Freistaat ist. Beim Blick auf die Zeit steigerte sich die Freude bei ihm sogar noch. „Endlich, es hat aber auch lange genug gedauert“, sagte Dimitri Antonov erleichtert. In 6,99 Sekunden hatte er die lang ersehnte Schallmauer von sieben Sekunden unterboten. Damit reihte sich der Deutsche Jahresbeste im Weit- und Dreisprung im nationalen Ranking der Jugend U18 auf Position zwei ein. Gleichzeitig untermauert er damit seine Ambitionen, neben dem Dreisprung, auch in der Sprintstaffel bei den U18-Weltmeisterschaften im Sommer starten zu dürfen.

Sein Bruder Ivane, der mit seinen 15,24 Meter aus der Vorwoche, auch nach diesem Wettkampfwochenende der beste Deutsche U20-Dreispringer ist, experimentierte in Fürth ein wenig. „Ich bin zwar schneller als sonst angelaufen, konnte aber die Geschwindigkeit noch nicht in die Weite umsetzen“, begründete der 18-Jährige seine 14,75 Meter, mit denen er aber erneut Bayerischer Meister wurde. Groß war die Freude bei seinen Teamgefährten Alexander Savitzki der Zweiter wurde. „Endlich gelang es mir, meine Trainingsleistungen auch einmal im Wettkampf zu bringen“, sagte der 17-Jährige, der mit 14,01 Meter zudem die Norm für die Deutschen Jugendmeisterschaften knackte und seine Freiluftbestleistung aus dem letzten Jahr um knapp einen halben Meter steigerte.

Sechs Medaillen hat Annika Kirchner aus Wollbach bisher bei Landesmeisterschaften geholt. In Fürth durfte sie nun zum ersten Mal Gold in Empfang nehmen. Mit ihren Staffelkolleginnen von der LAC-Quelle Fürth siegte die 16-Jährige über 4 x 200 Meter der Jugend U20. Damit tröstete sie sich auch ein wenig über das verpasste Finale im Einzelwettbewerb über 200 Meter. Der noch in der U18 startberechtigten Sprinterin fehlten in 26,68 Sekunden lediglich drei Hundertstel Sekunden für die Endlaufteilnahme der U20.

Dominik Abert vom VfL/Sportfreunde Bad Neustadt überraschte schon im Sommer mit Bronze über 200 Meter. Sein erneuter dritter Rang auf seiner Paradestrecke in der U20 wertet er aber noch höher. „Wir können in Bad Neustadt im Winter lediglich in der Halle ein wenig sprinten“, erzählt der Auszubildende für Fachinformatik. Ein klarer Nachteil gegenüber den Sprintern, die in München oder Fürth in einer Leichtathletikhalle trainieren können. Dennoch lief der schnelle Sprinter aus Brendlorenzen im Vorlauf über 200 Meter starke 23,09 Sekunden und stand damit auch zur Überraschung seiner Trainerin Kirsten Batz im U20 Finale. Dass er da an seine gute Vorlaufzeit nicht mehr ganz heran kam, störte nur wenig. „Nach zwei Läufen über 60 Meter und dem 200-Meter-Vorlauf war die Kraft verständlicherweise weg“, meinte die Trainerin. Auch über die 60 Meter zeigte sich der 18-Jährige zuvor in exzellenter Form und sprintete in persönlicher Bestleistung von 7,30 Sekunden auf Rang fünf.

Maja Betz vom TSV Ostheim kennt den Platz ganz oben auf dem Siegerpodest bereits bestens. Die 14-Jährige gewann im letzten Jahr den Landestitel der Schülerinnen im Crosslauf und über 2000 Meter. Trotz dieser Erfolge haderte sie im Sommer aber stets mit ihren erzielten Zeiten. In Fürth drückte sie im Meisterschaftsrennen der Jugend U16 über 2000 Meter gleich ordentlich auf das Tempo. Bis zur sechsten von zehn Runden hielt noch eine Läuferin mit, dann lief sie nur noch gegen die Uhr ihres Trainers Eberhardt Helm. In erstklassigen 6:48 Minuten unterbot die junge Nordheimerin ihre Freiluftbestleistung vom letzten Jahr um fast zehn Sekunden. Nur eine Schülerin ihrer Altersklasse war in Deutschland im letzten Jahr noch etwas schneller. „Ich glaube, dass ich im Sommer sogar noch deutlich schneller laufen kann“, gibt Maja Betz gleich mal einen Ausblick, was sie von sich in diesem Jahr noch erwartet. Im Straßenlauf über fünf Kilometer ist sie ohnehin schon die zweitbeste Deutsche des letzten Jahres. Eberhart Helm beschreibt seine Athletin als „sehr trainingsfleißig“ und ergänzt „ich muss sie sogar manchmal bremsen, sonst würde sie zu viel trainieren“. Dabei hat die vielseitige Gymnasiastin ja noch zahlreiche andere Hobbys, die sie neben der Schule noch unter einen Hut bringt.

 

Christian Topitsch vom TSV Ostheim startete in Fürth über 3000 Meter der Schüler M15 und lag im Kampf um die Medaillen deutlich zurück. Erst auf den letzten 200 Metern drehte er noch mal richtig auf und bewältigte die letzte Runde im Stile eines Sprinters in nur 35 Sekunden. Mit dieser Energieleistung kam er immer näher an den Drittplatzierten heran. Aber am Ende reichte es eben doch nicht ganz. Mit nur einigen Zentimetern Rückstand auf den Bronzerang, musste sich Christian Topitsch mit dem undankbaren vierten Rang abfinden. Als kleiner Trost blieb dem Ostheimer aber immerhin noch eine neue persönliche Bestzeit von 10:20:96 Minuten.