Gold und Silber für Antonovs bei Hallen-DM

Veröffentlicht: Donnerstag, 07. März 2013 Geschrieben von Reinhold Nürnberger Drucken E-Mail

Halle/Saale, 11.02.2013 (nürn) Es war der erwartete Showdown auf allerhöchstem Niveau, den sich die beiden Dreisprungbrüder Ivane und Dimitri Antonov bei den Deutschen Hallenmeisterschaften der Jugend lieferten. Dimitri wurde mit glänzenden 15,52 Meter in Halle/Saale Deutscher U20-Meister. Sein Bruder sprang nur vier Zentimeter kürzer und holte Silber. Alexander Savitzki wurde Siebter, während Annika Kirchner mit der Fürther Staffel das Finale verpasste.

Video Dreisprung U20

Inerview-Duell der Antonovs auf Leichtathletik.de

 

 

Beide steigerten damit ihre bisherigen Bestleistungen gleich erheblich. Für Dimitri war es zudem wieder mal ein neuer Bayerischer Rekord für die Jugend U18. Die Dominanz der beiden Bad Kissinger im Trikot des LAC Quelle Fürth war gigantisch. Der drittplatzierte Max Heß vom LAC Erdgas Chemnitz lag am Ende rund einen dreiviertel Meter hinter den Antonovs, die sich nach der Siegerehrung gleich wieder einen Wettstreit lieferten. In einem lustigen Rededuell bei Leichtathletik.de gaben Beide zum Besten, wer denn von ihnen in Zukunft der bessere Dreispringer sein wird. (Interview und Dreisprungwettkampf unter: http://www.leichtathletik.tv/events/view/id/3627)

Trainingskollege Alexander Savitzki wurde mit 13,92 Meter bei seiner ersten U20-Meisterschaft immerhin Neunter und verpasste damit den Dreisprung-Endkampf nur ganz knapp. Annika Kirchner aus Wollbach war es ebenso nicht gegönnt, mit ihren Staffelkolleginnen des LAC Quelle Fürth das Finale über 4 x 200 Meter zu bestreiten.

Der neue Deutsche Dreisprung-Meister fand allerdings auch in Halle wieder ein Haar in der Suppe. „Der Wettkampf war nicht gut. Ich habe beim Absprung viel verschenkt. Im vierten Versuch bin ich dann auch noch umgeknickt“, sagte Dimitri den Reportern von Leichtathletik.de.

Dennoch war der zweiter Versuch eine durchaus gelungene Kostprobe seines enormen Potentials in dieser Disziplin. Obwohl der 16-Jährige da etwa 30 Zentimeter vor dem Brett absprang, landete er auf seine spätere Siegesweite von 15,52 Meter. Für den letztjährigen deutschen Hallen-Vizemeister, waren die Deutschen Meisterschaften der erst zweite Dreisprungwettbewerb in diesem Jahr. Vorher startete er lediglich im Sprint und beim Weitsprung.

Ivane Antonov zeigte eine hohe Konstanz in seinen sechs Versuchen, bei denen er jeweils über 15 Meter kam. Mit 15,37 Meter erzielte der Gymnasiast dann im fünften Versuch einen neuen Hausrekord und holte sich damit viel Selbstbewusstsein für seinen letzten Durchgang. Ivane kam da mit hoher Geschwindigkeit an das Absprungbrett und landete erst ganz weit hinten in der Sprunggrube. Auch Dimitri wusste jetzt, dass es nun noch einmal ganz knapp um den Titel werden würde und schaute gespannt auf die Anzeigetafel. Am Ende fehlten Ivane nur lächerliche vier Zentimeter um seinen Bruder erstmals bei einem Großereignis zu besiegen. „Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden, auch wenn ich weiß, dass ich noch weiter springen kann“, berichtet Ivane. Dazu hat er schon in der kommenden Woche erneut die Gelegenheit. Dann startet er bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften der Aktiven in Dortmund. Sein Bruder ist aufgrund seines jungen Alters da noch nicht startberechtigt.

Aber schon in zwei Wochen gibt es im italienischen Ancona erneut ein Aufeinandertreffen der zwei stärksten deutschen Nachwuchs-Dreispringer. Die beiden Bad Kissinger Jugendlichen sind für den Hallenländerkampf Frankreich - Italien - Deutschland nominiert und werden dort versuchen sich allmählich der 16-Meter-Marke zu nähern.

Der Vater dieser Erfolge ist im wahrsten Sinne Dimitri Antonov Senior, der es als Trainer wieder einmal schaffte, dass seine Söhne beim Saison-Höhepunkt auch die beste Leistung abrufen konnten. Der 41-Jährige der aus Georgien stammt und seit diesem Jahr auch als Landestrainer für die besten Dreispringer in Bayern zuständig ist, gilt als Meister des richtigen Timings. Da kommt es schon mal vor, dass die Beiden vor einer Süddeutschen Meisterschaft noch eine sehr harte Trainingswoche einlegen müssen. Und wenn sie bei einer Landesmeisterschaft anstatt auf Weite zu springen, sich mal wieder mit dem richtigen Anlauf beschäftigen, mag dass für den einen oder anderen Außenstehenden überheblich erscheinen. Aber der erfahrene Trainer, der sich regelmäßig mit renommierten russischen Dreisprung-Trainern austauscht, weiß eben ganz genau wann es darauf ankommt.

So werden sie die Freiluftsaison auch wieder ganz bewusst ruhig angehen und wohl erst im Juli zu den Großereignissen in Top-Form sein. Dann hoffen sie wieder auf den perfekten Sprung, in dieser technisch höchst anspruchsvollen leichtathletischen Disziplin.

 

Dimitri kann bei den U18-Weltmeisterschaften in Donetsk durchaus um die Medaillen springen. Der Realschüler freut sich schon jetzt auf diesen Start in der Ukraine. „Da will ich über 16 Meter springen“, sagt der neue Deutsche Hallenmeister. „Aber, erst muss ich möglichst verletzungsfrei durch die Saison kommen“, schiebt er hinterher.

Für den 18-Jährigen Ivane, steigt der Topwettkampf in Italien. Die besten Jugendlichen des Kontinents treffen sich im Sommer in Rieti zu den Europameisterschaften. „Zuerst möchte ich da mal ins Finale der besten Acht“, gibt er sich bescheiden. „Sollte er dort die 16 Meter packen, dürfte es auch mehr werden“, sagt der Vater.

 

Bis dahin wird Dimitri Senior, der als Jugendzentrumsleiter in Wildflecken arbeitet, mit seinen Söhnen wieder viel reisen müssen. Neben den zahlreichen Trainingsmaßnahmen in Oberhaching und das zweimalige wöchentliche Stützpunktraining in Fürth, werden die Antonovs in ganz Deutschland bei diversen Qualifikationswettkämpfen starten. „Da kommen im Jahr schon rund 40.000 Kilometer zusammen“, sagt der Coach. Der Trainingsmittelpunkt wird aber dennoch in Bad Kissingen bleiben. Alle Jugendlichen, die vor einem Jahr zum LAC Quelle Fürth gewechselt sind, sind nach wie vor beim TSV Bad Kissingen und nutzen auch dort noch die vorhandenen Trainingsmöglichkeiten.