U-20-Länderkampf ITA - FRA - GER

Veröffentlicht: Mittwoch, 06. März 2013 Geschrieben von Reinhold Nürnberger Drucken E-Mail

Ancona, 02.03.2012 (nürn) Die beiden Bad Kissinger Dreisprung-Brüder Ivane und Dimitri Antonov (LAC Quelle Fürth) starteten am Wochenende erstmals gemeinsam im Nationalteam. Beim U20-Hallen-Länderkampf Italien, Frankreich und Deutschland wusste vor allem Nationalmannschafts-Debütant Dimitri zu überzeugen. Der 16-Jährige steigerte sich im italienischen Ancona auf großartige 15,72 Meter und verbuchte damit eine neue Europäische U18-Jahresbestleistung.


 

 

 

 

Aber diese tolle Leistung reichte für den jüngeren der Antonovs „nur“ zu Platz zwei im Länderkampf der Altersklasse U20. Der 18-Jährige Jean-Noel Cretonir aus Frankreich landete gleich vier Mal jenseits der 16 Meter und setzte sich mit 16,34 Meter an die Europäische Spitze der Altersklasse U20.

Damit wurden in diesem hochklassigen Wettbewerb gleich zwei kontinentale Jahresbestleistungen erzielt.

Dreisprungbundestrainer Carles Friedeck, der mit in Italien war, zeigte sich angetan vom Auftritt Dimitris. „Die Serie mit gleich drei Sprüngen über 15,50 Meter war wirklich beeindruckend. Aber dennoch hat er bei jedem Sprung noch 20 bis 30 Zentimeter verschenkt“, so der 42-Jährige, der 1999 selbst Weltmeister bei den Aktiven war.

„Es ist für einen so jungen Springer noch schwer, die enorm hohe Anlaufgeschwindigkeit exakt auf den Absprungbalken zu bringen“, sagt der Bundestrainer zu den Schwierigkeiten von Dimitri.

Der Badestädter, der auch im Sprint zu den Schnellsten in Deutschland zählt, ist in der Lage mit 10,25 Metern pro Sekunde anzulaufen. Und diese hohe Geschwindigkeit bringt er äußerst selten exakt auf den 20 Zentimeter breiten Balken. Sollte ihm dies bald gelingen, so trauen ihm die Fachleute in Zukunft sehr weite Sprünge zu.

 

Auch Dimitri selbst war daher mit seinem Auftritt beim Länderkampf nur bedingt zufrieden. „Die Weite passt schon“, sagt er. „Aber wenn ich mir vorstelle, was möglich gewesen wäre, wenn ich nur einmal richtig das Brett getroffen hätte, ärgere ich mich dennoch ein wenig“, so der Bad Kissinger weiter. In der langen Geschichte der deutschen Leichtathletik sprang in der Altersklasse U18 bisher nur einmal ein Athlet weiter. Ralf Jaros aus Düsseldorf erzielte vor über 30 Jahren 15,93 Meter und hält seit 1991 mit 17,66 Meter auch den Deutschen Freiluftrekord bei den Aktiven.

Aber im Sommer sollen dann bei Dimitri die 16 Meter fällig sein. Da sind sich der Bundestrainer, der Sportler, sowie der Heimtrainer und Vater Dimitri Senior einig, was die Zielsetzung für die Freiluftsaison betrifft.

Sollte ihm dies bei den U18-Weltmeisterschaften in der Ukraine gelingen, dürfte er bei der Medaillenvergabe sicherlich eine gewichtige Rolle spielen können.

 

Vielleicht würde der Realschüler im Jahreszeugnis dann sogar mal die Note eins im Fach Sport  bekommen. Aber Deutsche Schüler, die Leistungssport betreiben, haben es offensichtlich sogar im Sportunterricht nicht immer leicht. Andere Nationen zeigen da immer wieder, wie dies wesentlich besser funktionieren kann.

 

Ivane Antonov erwischte in Ancona nicht wirklich seinen besten Tag. Mit seinen 15,03 Meter blieb der Gymnasiast einen halben Meter unter seinem eigentlichen Leistungsniveau und wurde am Ende Fünfter in der Länderkampfwertung. „Ich war nach sieben Dreisprungwettbewerben in der laufenden Hallensaison einfach zu müde um noch weiter zu springen. Im Nachhinein war es sicherlich ein Fehler in der letzten Woche bei den Deutschen Meisterschaften der Aktiven zu starten,“ begründete der 18-Jährige seinen mäßigen Auftritt. Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften lieferte er mit 15,48 Meter seine beste Leistung ab. Aber schon eine Woche später bei den Aktiven-Meisterschaften in Dortmund zeigte die Leistungskurve schon etwas nach unten. Mit 15,20 Meter platzierte er sich bei seiner ersten Aktiven-DM aber immerhin auf Rang fünf.

Die Länderkampfwertung gewannen die Deutschen Jugendlichen am Ende deutlich vor Gastgeber Italien und Frankreich.

Jetzt haben die Beiden erst mal eine Woche Pause, bevor dann schon die Vorbereitungsphase für die Freiluftsaison beginnt. Fünf Trainingseinheiten werden sie dann in der Woche absolvieren. Damit liegen sie im Vergleich zu anderen Sportlern dieser Leistungsklasse am unteren Level der Trainingsbelastung. Was sicherlich nicht für die zukünftige Leistungsfähigkeit der Brüder Antonov gelten soll.