Bayerische Schüler-Mehrkampfmeisterschaften in der Halle am 06.03.2010 in München

Bayerische Schüler-Mehrkampfmeisterschaften in der Halle am 06.03.2010 in München
Dimitri Antonov vom TSV Bad Kissingen lies es in München bei den Bayerischen Hallen-Mehrkampf-Meisterschaften der Schüler so richtig krachen. Seinen Titel im Fünfkampf der Altersklasse M14 garnierte der 13 Jährige mit gleich zwei Deutschen Jahresbestleistungen und einem neuen Bayerischen Weitsprung-Rekord von immerhin 6,43 Meter.
Dimitri AntonovWas wäre im Hürdenlauf wohl erst möglich gewesen, wenn Dimitri Antonov nicht noch Anlaufprobleme zur ersten Hürde gehabt hätte. Nach Auskunft seines Vaters, der ihn auch trainiert, kam er als einer der Letzten an die erste Hürde heran. Was der Realschüler aber danach ablieferte begeisterte nicht nur den sonst so kritischen Vater, sondern auch die zuständigen Landestrainer. Mit exzellenter Technik und hervorragendem Beschleunigungsvermögen zwischen den Hürden, stürmte er dem Ziel entgegen. In 8,67 Sekunden lief er eine famose Zeit, die in diesem Jahr in Deutschland noch kein Schüler der Altersklasse M14 unterbot. Kugelstoßen hat der TSVler in seiner jungen Karriere noch nicht sonderlich viel geübt. Umso erstaunlicher, dass er mit seinen 9,97 Meter dennoch zu den Besten in diesem Mehrkampf gehörte. Als dritte Disziplin folgte mit dem Weitsprung dann die eigentliche Schokoladen-Disziplin. Mit nur dreizehn Schritten Anlauf nahm der Bad Kissinger schon im Anlauf zum ersten Versuch kräftig Fahrt auf. Da auch noch der Absprung passte, landete er bei hervorragenden 6,26 Metern. Damit löschte er die knapp zwanzig Jahre alte Bayerische Bestleistung, die bis dato Christian Lochner vom TSV Wasserburg mit 6,13 Metern hielt, aus der Rekordliste und verbesserte auch gleich seine eigene Deutsche Jahresbestleistung. Roland Fleischmann, der zuständige Landestrainer im Bereich Sprung wusste aber, dass da noch mehr geht und er sollte Recht behalten. Beim zweiten Versuch traf der Badestädter den Absprungbalken auf den Millimeter genau und hinterließ erst bei unglaublichen 6,43 Meter seine Abdrücke im feuchten Sand der Grube.
Der folgende Hochsprung war dann nicht gerade förderlich für eine Spitzenleistung im Mehrkampf. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl zog sich der Wettbewerb über weit mehr als zwei Stunden in die Länge. Dimitri Antonov übersprang als Einziger die Höhe von 1,64 Meter und verzichtete auf Anraten seines Vaters auf weitere Versuche, um sich nicht noch mehr vor dem abschließenden 1000-Meter-Lauf zu schwächen. Trotz seiner hervorragenden Einzelleistungen hatte der TSVler nach den vier Disziplinen gerade einmal 120 Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten und der galt als starker Mittelstreckenläufer. Gegen mittlerweile schon 20 Uhr und nur 10 Minuten nach seinem letzten Versuch im Hochsprung erledigte der Bad Kissinger diese Aufgabe auf seine Art und Weise. Die ersten vierhundert Meter lief er offensiv von vorne in nicht weniger als 62 Sekunden. Das war allerdings viel zu schnell, sodass dann die Kräfte zunehmend schwanden. Aber auch seine Kontrahenten mussten bei diesem Tempo zurückstecken und kamen bei weitem nicht mehr an ihre persönlichen Bestleistungen heran. Dimitri Antonov beendete die fünf Runden in 3:18 Minuten und rettete so noch die Hälfte seines Vorsprungs in der Fünfkampfwertung. Mit 2822 Punkten stand auch im Mehrkampf ein tolles Resultat zu Buche, das für die Deutschen Meisterschaften, die erst im Sommer stattfinden, einiges erwarten lässt. Johanna Büchs
Im Fünfkampf der Schülerinnen W15 waren gleich zwei Athletinnen aus dem Bäderkreis im Vorderfeld zu finden. Johanna Büchs vom TV/DJK Hammelburg verpasste mit 2474 Punkten als Sechste um gerade einmal 29 Zähler den dritten Rang. Im Hürdenlauf markierte sie in 9,45 Sekunden die drittbeste Zeit, im Weitsprung erzielte sie mit starken 5,23 Meter einen neuen Hausrekord und verzeichnete damit die zweitbeste Leistung in diesem Mehrkampf. Auch im Kugelstoßen wusste die Diebacherin mit 9,60 Meter durchaus zu überzeugen. Ausgerechnet im Hochsprung verlor die sprungstarke Schülerin dann den Podestplatz. Lediglich 1,42 Meter standen für die Gymnasiastin, die eine Bestleistung von 1,58 Meter hat, am Ende zu Protokoll. Wohl auch eine Folge des, wie schon bei den Jungs, lang andauernden Wettbewerbs.
Laura Hofmann vom TSV Münnerstadt sammelte bei ihrem zehnten Platz 2429 Punkte und überzeugte dabei vor allem mit ihrer Hochsprungleistung von 1,48 Meter.